Yannick Raatz avacierte abermals zum „Stier des Spiels“ – ers begeisterte mit tollen Paraden. Foto: Dietmar Albrecht
Mecklenburger Stiere sichern sich Achtungserfolg gegen LHC Cottbus mit 29:28 (14:17)
An diese Partie werden wohl lange Erinnerungen bleiben: Die Handballstiere bewiesen vor ihrem frenetisch feiernden Heimpublikum Klasse und sicherten sich beide Punkte gegen den LHC Cottbus. Überzeugender Einsatz, starke Emotionen und am Ende das Glück, welches die Gastgeber sich redlich verdient hatten, machten den 29:28-Sieg in letzter Sekunde möglich. Bravo!
„Cottbus scheint uns zu liegen!“ Da ist offensichtlich was dran. Schon im Hinspiel gelang es den Schweriner Handballmännern, einen wertvollen Punkt aus der Lausitz zu entführen. Jetzt haben sie frech und mit starkem Einsatz einfach noch einen draufgelegt: ein Tor mehr als ihre Gäste und damit zwei Siegespunkte. Dass dieses Ergebnis möglich sein kann, mutmaßten einige Fans. Dass es den Handballstieren tatsächlich gelingt, feierten 669 über alle Maßen begeisterten Zuschauer wie eine Sensation. Die umkämpfte Partie auf Augenhöhe ließ den Ausgang lange offen und gestaltete den Nachmittag zu dem, was alle lieben: Handballspannung pur.
Sportlich gesehen zeigten die Männer von Headcoach Michael Gutsche von Anfang an eine starke Körpersprache. Die war auch notwendig gegen zupackende Kontrahenten, die schon in den ersten fünf Minuten zwei Verwarnungen und die erste Zeitstrafe kassierten. Der Zug der Stiere zum gegnerischen Tor, welches der frühere Stiere-Spieler Filip Dominik Hancic hütete, endete in der ersten Phase allzu oft über, neben oder am Gestänge des Kastens. Michael Gutsche nutzte nach zehn Spielminuten die Auszeit, um beim 4:6 sein Team zu sortieren.
Assists, Abwehr, Zusammenspiel und auch sehr sehenswerte Treffer: Die Gastgeber machten es nicht schlecht. „Auf einige Situationen waren wir sehr gut vorbereitet. Wir wussten, dass sie beispielsweise den Kempa bringen werden“, sagte Michael Gutsche nach der Partie. Doch ein bisschen Fortune fehlte den Stieren noch. Die Lausitzer nutzten gleich vier Abpraller, provozierten Fouls, die keine waren und schafften es, sich bis zum Pausenpfiff auf 14:17 abzusetzen.
Der dritte Treffer zu Beginn der zweiten Halbzeit markierte die Kehrtwende (15:29, 34.). Wellen der Unterstützung wogten durch die Halle. Die Stiere wurden förmlich von ihren Fans getragen. Stück für Stück brachten sie die Gäste in Bedrängnis und glichen bereits acht Minuten später aus (22:22, 42.). Torhüter Yannick Raatz hatte zwischenzeitlich ordentlich aufgedreht und parierte mehrfach enorm wichtige Bälle. Unmittelbar vor Beginn der Crunchtime schenkte der Schweriner Coach seinen Männern noch einmal Zuspruch für eine hitzige Schlussphase. Gleichstand, ein Tor Unterschied, Ausgleich… ab dem 25:25 (49.) brauchten nicht nur die Fans starke Nerven. Immer wieder glänzte Raatzer im Tor und ließ die Gäste unruhig werden.
Eine Minute und neun Sekunden vor Spielende egalisierte Cottbus zum 28:28. Auszeit der Stiere, Ballverlust, 20 Sekunden später Auszeit der Gäste. Denen gelang das rettende Tor nicht. Aber den Stieren. Gefühlt nur einen Atemzug vor der Schlusssirene brachte Daniel Leśniak den Ball unter. Unbeschreibliche Freude über einen verdienten Sieg. „In der zweiten Hälfte waren wir die bessere Mannschaft und fanden bessere Lösungen. Ein bisschen Glück am Ende gehört dazu“, freute sich Michael Gutsche. „Es war eines dieser Highlightspiele. Und das können die Stiere!“
Was werden die Handballstiere erreichen, wenn sie mit noch mehr Konstanz ihr Vermögen abrufen? Wir dürfen gespannt sein. Zunächst gehen Wünsche für eine schnelle und gute Genesung an #8 Ole Präckel, der sich im Siegestaumel verletzte. Allen anderen fehlenden Akteuren ebenfalls gute Besserung. Barbara Arndt
Raatz, Sarrach – Runge 6/1, Wolf 5, Präckel 3, Ivanytsia 2, Leśniak 3, Finkenstein 2, Grabow, Wagner 3/2, Kortstegge 5, Christ