Malte Runge erzielte sieben Treffer aus dem Spiel und weitere sieben souverän von der Straflinie. Abermals war er damit erfolgreichster Werfer. Foto: Dietmar Albrecht
Mecklenburger Stiere verlieren zum zweiten Mal zuhause – 36:39 gegen TSG Lübbenau
Das erfolgsverwöhnte Publikum sah am Sonntag die erste wirkliche Heimniederlage der Saison (beim doppelten Punktverlust gegen Werder waren stark dezimierte Stiere Sieger der Herzen). Die Schweriner Handballmänner vermochten es dieses Mal nicht, sich gegen gut aufgelegte Spreewälder durchzusetzen. Die Gastgeber waren phasenweise weit weg vom Anschluss und kämpften sich ran – es reichte jedoch nicht. Erneut war das Defizit der ersten Halbzeit (14:19) eine zu große Bürde für eine bessere zweite Runde (36:39)
Es war ein eigenwilliges Spiel: Die Gäste aus Lübbenau brachten etwas anderen Handball auf die Platte, zelgten starke Individualleistungen und präsentierten sich entschlossen. Nicht schön anzusehen, aber am Ende für sie erfolgreich. Die Handballstiere hingegen taten sich schwer und ließen Geschlossenheit missen. Sie hielten in den ersten 15 Minuten die Partie absolut offen (10:10) und bekamen lautstarke Unterstützung von rund 600 begeisterten Zuschauern. Eine Auszeit brachte nicht den gewünschten Impuls, die Zahl der Fehler und vor allem unglücklichen Aktionen zu minimieren. „Es war ein eigentlich machbares Spiel“, schätzt Headcoach Michael Gutsche ein. In der Abwehr wurde nicht ausreichend zugepackt. Das ließ den Torhüter dahinter zuweilen alt aussehen. „Zudem waren wir ein halben Schritt zu langsam, liefen dem Spiel immer etwas hinterher.“
In der zweiten Phase des Spiels hatten es die Stiere einmal mehr in der Hand, die Partie zu drehen. Und ja, es lief besser, es gelang sogar anzuschließen. Und dann waren es wieder Fehler und unglückliche Momente mit einigen Pfostentreffern und Würfen über die Latte hinweg, die den Erfolg vereitelten. „In der Abwehr wurde nicht ausreichend zusammengespielt, zumindest bei der 6:0. Wir haben zu viel direkte Ballgewinne für unseren Kontrahenten zugelassen. Abstimmungsfehler trugen ebenfalls dazu bei, dass es nicht richtig rund lief.“ Und das ist wirklich mehr als ärgerlich, weil es den Handballstieren im temporeichen Spiel durchaus gelang, Sechs-Tore-Rückstände (14:20, 31.; 16:22, 32.) abzubauen. Zur Mitte der zweiten Halbzeit startete die Aufholjagd zum 26:27 (46.). Der unbedingte Wille, sich durchzusetzen und zu treffen, ging immer wieder mit der Brechstange einher und damit gründlich daneben. Dass es am Ende nicht gereicht hat, enttäuschte die Handballstiere wohl mehr als ihr Publikum.
Krönchen richten und besser machen, weil sie es können – das muss die Devise für die Schweriner Männer sein, wenn am Sonntag (19. April) ein Derby-Kracher ansteht. Ein Highlightspiel und damit etwas, was den Stieren liegt. Zu Gast ist um 16 Uhr das Team von der Insel Usedom. (ba)
Raatz, Sarrach – Runge 14/7, Wolf 1, Ivanytsia 3, Leśniak 4, Lübbert 1, Finkenstein, Grabow, Wagner 2, Kortstegge 6, Müller 1, Christ, Schwaß 4, Gieratz