Glücklich, aber auch verdient: Die Handballstiere feierten ihren ersten Saisonerfolg. Foto: Dietmar Albrecht
Mecklenburger Stiere gewinnen gegen Aufsteiger vom Ribnitzer HV 35:34 (16:19)
Der erste Spieltag einer neuen Saison hält vieles bereit: Neugier, Spannung und Vorfreude, aber auch Aufregung, Ungewissheit und Anspannung. All das zeigte sich beim Heimauftakt der Mecklenburger Stiere, die mit dem Aufsteiger Ribnitzer HV eine Art Wundertüte empfangen haben. Klar war im Vorfeld, dass sich das Team umfassend und gut verstärkt hatte mit Akteuren, die Vier-Liga-Niveau mitbringen. Zu erwarten war auch, dass eine Mannschaft kommt, die emotionsgetragen gern den einen oder anderen Pflock in der neuen Spielzeit einschlagen will. Und warum nicht gleich beim ersten Derby?
„Diese Partie war das erwartet schwere Spiel. Die Ribnitzer überzeugten mit guter Einstellung. Sie haben uns gefordert“, schätzt Stiere-Coach Michael Gutsche nach Abpfiff ein. Seine Männer legten rasant los und schienen gut eingestellt. Auch eine von Anfang an teils robuste defensive der Gäste schreckte zunächst nicht ab. Es ging zur Freude der 537 Zuschauer überzeugend ins Spiel (5:2, 5.; 7:4, 7.).
Unerwartet stellten sich dann einige Fehler ein. Um genau zu sein: einige Fehler zu viel. Folgerichtig brachten sich die Gäste in Position, glichen innerhalb eines Vier-Tore-Laufers aus (10:10, 15.) und setzten sich gleich noch auf zwei Tore ab. Auch eine direkte Rote Karte gegen Fabian Hassmann nach einem Foul an Malte Runge brachte das Spielkonzept der Bernsteinstädter nicht durcheinander. Es gelang den Liga-Debütanten, auf vier Treffer davonziehen (11:15, 22.).
Bei den Stieren kam auch noch etwas Pech dazu. Sie liefen ihren Kontrahenten phasenweise regelrecht hinterher, die ihrerseits ordentliche Lösungen fanden. Sie stellten die Schweriner immer wieder vor Aufgaben, mit denen die Hausherren zu tun hatten. Bis zur Halbzeit gelang der Heimmannschaft nur eine geringfügige Korrektur des Zwischenstandes von 16:19 – unter anderem durch eine insgesamt gute Torhüterleistung von Yannick Raatz und einen Überraschungstreffer von Youngster Joaquin Grabow ins leere Tor der Gäste.
„In die zweite Halbzeit sind wir dann besser gestartet“ schätzt Michael Gutsche ein. Nach sechseinhalb Minuten hatten die Gastgeber ausgeliehen. Der weitere Verlauf darf getrost als „auf Augenhöhe“ betrachtet werden. Es gab Chancen für beide Teams, den Punktegewinn für sich zu entscheiden. Als vorteilhaft erwies sich trotz zweier verletzter Spieler die Breite des Schweriner Kaders. Zum Ende hin konnte Michael Gutsche daher auch entspannt umstellen.
Schön anzusehen war, dass die Stiere trotz „Personalwechsels“ auf Zusammenspiel und einen großen Aktionsradius setzen. Potenzial ist da, es muss allerdings besser abgerufen werden.
Nach 60 Minuten hatten die Mecklenburger Stiere nicht unverdient, aber doch mit gut Glück die Nase vorn. Ihrem Publikum boten sie mit dieser sehr spannenden Partie einen gelungenen Einstieg: viele Emotionen, sehenswerte Aktivitäten und am Ende den viel umjubelten Sieg. Für sich selbst nehmen sie in die neue Trainingswoche sicher manche Erkenntnis mit. Bereits am Sonnabend steht die erste Auswärtspartie an. Erneut wird zum Derby geladen. Dann beim HC Empor Rostock II in der Fiete-Reder-Halle. Anpfiff ist um 20 Uhr. (ba)
Geißler, Raatz, Sarrach – Runge 9/3, Fröbel, Wolf 5, Präckel 3, Lübbert 2, Fick, Kortstegge 3, Müller 6, Grabow 1, Sickert, Schwaß 2, Åtting 4