Stiere holen einen Punkt beim Favoriten

Erneut mit ganz starker Leistung: Malte Runge erzielte 12 Treffer in Cottbus. Archivfoto: Dietmar Albrecht Schweriner Handballmänner sichern Platz 2 mit 31:31 beim LHC Cottbus Nervenkitzel pur, starke Emotionen: Die Mecklenburger Stiere holen einen wertvollen Punkt beim aufstiegswilligen LHC Cottbus. Mit dem 31:31 bleiben die Schweriner beim Top-Club der Lausitz weiterhin ungeschlagen und lassen Erinnerungen wach werden. Vor zwei Jahren hatten sie schon zwei Mal dem LHC den Schneid abgekauft und sich wehrhaft gegen die Cottbuser durchgesetzt. Jetzt war es wieder so. In einer unglaublich spannungsgeladenen Situation haben die Handballstiere Platz 2 der Tabelle gesichert. Dabei waren sie nicht optimal in die Partie in der gut gefüllten Lausitz-Arena gestartet. Fürs Erste mussten die Gäste nach dem Auftakt-Tor durch Joel Müller immer dem Vorsprung hinterherlaufen. In der neunten Minute glich Topscorer Malte Runge erstmals aus – das 4:4 war bereits sein zweiter Treffer. Matti Wagner brachte sechs Minuten später sein Team erstmals in Führung (7:8, 15.). Nach 18 Minuten beim Stand von 10:10 zwangen die Schweriner ihre Gastgeber in die Auszeit. Es ging auf Augenhöhe weiter und mit 16:15 in die Kabinen. Nach der Halbzeitpause legte Cottbus vor und setzte sich zur 40. Minuten auf vier Treffer ab (22:18). Bei den Stieren häuften sich in dieser Phase die Fehler, sie wirkten kurzzeitig weniger konzentriert. Der bekannte Drops war jedoch noch nicht gelutscht: Die Schweriner kämpften sich überragend zurück. Headcoach Michael Gutsche betont vor allem die Schlussphase mit einer richtig guten Abwehr und starken Paraden. Mit einer großartigen Geschlossenheit, dem Einsatz aller und der Nervenstärke, die es in solch packenden Duellen einfach braucht. „Was für eine Leistung, der Punkt ist absolut verdient gewonnen“, freute sich Michael Gutsche. Die Partie war somit ein Stück harte Arbeit, Zählbares musste wahrhaft erkämpft werden. Beide Teams schenkten sich nichts, packten ordentlich zu. Insgesamt elf Zeitstrafen sprechen für sich. Die Gastgeber kassierten sieben davon, zudem zwei mal Rot, einmal direkt. Michael Gutsche hatte vor diesem Spiel von einer Standortbestimmung gesprochen. Und ja: Die kann als erfolgreich eingestuft werden. Seine Mannschaft hat unter Beweis gestellt, dass sie definitiv in die Spitzengruppe der Liga gehört. Man darf gespannt auf die weitere Entwicklung sein. Bereits am Sonntag kommt es zu einer weiteren Top-Begegnung. Dann ist der Tabellenvierte und punktgleiche Verfolger SG Uni Greifswald / Loitz in Schwerin zu Gast. Anpfiff ist um 16 Uhr. Barbara Arndt Raatz, Sarrach – Runge 12/3, Wolf, Präckel 2, Ivanytsia, Lesniak 1, Lübbert 1, Finkenstein, Wagner 7/3, Kortstegge 3, Müller 3, Christ 1, Gieratz 1
Spannung pur bei den Stieren

Kapitän Matti Wagner im Torerausch: Zehn Mal traf er für die Stiere. Foto: Dietmar Albrecht 32:30-Heimerfolg gegen Ludwigsfelder HC Ganze fünf Minuten und 38 Sekunden mussten die lautstarken 571 Stiere-Fans am Sonntagnachmittag warten, bevor das erste Tor in der Partie gegen den Ludwigsfelder HC fiel. Und das bot noch nicht mal Grund zum Jubeln: Die Gastgeber brachten den ersten Treffer unter. Sechs Minuten weiter im Spielverlauf stand es dann schon 6:6, beide Seiten hatten Tuchfühlung aufgenommen und sich warmgeworfen. „Wir sind durchwachsen gestartet. Gleich zu Beginn lassen wir ein paar freie Bälle liegen“, sagt Headcoach Michael Gutsche. Während die Defensive beider Teams körperbetont agierte, mühten sich die Gastgeber beim Zug zum Tor. Zu viele technische Fehler und ein sehr gut agierender Gäste-Torhüter ließen es in der ersten Halbzeit nicht wirklich zu, dass die Handballstiere sich ordentlich absetzen konnten. Das 12:9 in der 24. Minute markierte den Willen, sich keinen Punkt abknüpfen zu lassen. In die Pause gingen die Schweriner jedoch mit einem aus ihrer Sicht mageren 14:13. Zum Beginn der zweiten Halbzeit zeichnete sich Yannick Raatz gleich doppelt aus. Erst parierte der Torwart einen Siebenmeter, um dann eine sehenswerte Parade nachzuschieben. Seine Vorderleute ließen allerdings erneut Bälle liegen, agierten zuweilen wenig konzentriert und nahmen die aufkommende Unruhe auf. Zehn Minuten lang wiederholten sich Szenen aus den ersten 30 Minuten. Dann drehten die Gastgeber die Partie – mit riesiger Unterstützung von den Tribünen und der heimischen Bank. Starke Emotionen, ohrenbetäubender Jubel bei Toren und erneut teils glanzvollen Paraden und mitreißende Gesten von der Platte: Das Schweriner Publikum konnte wieder ein Handballfest genießen. Mit einem 4 Tore-Lauf (21:20, 43. und 25:20, 47.) und weiteren drei Treffern (28:21, 49.) zwangen die Handballstiere ihre Gäste gleich zwei Mal in die Auszeit. Auch Keeper Janis Sarrach, der in der ersten Hälfte zu überzeugen wusste, erfreute die Handballfreunde mit einer Siebenmeter-Parade. Viele Fans wähnten das Spiel eine Viertelstunde vor Ende in trockenen Tüchern. Aber weit gefehlt. Vergleichbar mit der Partie gegen Lübbenau brachten die Männer von Michael Gutsche und Co-Trainer Kevin Bartz ihr Spiel erneut nicht sauber zu Ende. Verantwortung zu 100 Prozent übernehmen – das schien manchem Akteur nicht mehr nötig… In nicht mal zehn Minuten vollzogen die Ludwigsfelder den Anschluss (31:30, 59.). Die Gastgeber behielten grandios die Nerven und konnten am Ende mit 32:30 sich feiern lassen. „Der Sieg geht in Ordnung und ist auch verdient. Wir sind glücklich mit zwei Punkten“, schätzt Michael Gutsche nach Abpfiff ein. Es wären aus seiner Sicht mehr Tore drin gewesen. Er hätte sicherlich auch mehr Konstanz gesehen. So bleibt Luft nach oben und für die Stiere die Option der Weiterentwicklung. Unbedingt zu erwähnen ist der wachsende Kampfgeist, der mannschaftsdienliche Support und der Biss, mit dem nicht nur die Vielfach-Torschützen Matti Wagner (10), Daniel Leśniak (8) und Joel Müller (6) an den Tag legten. Es macht Spaß, dieser Mannschaft zuzusehen. Eine Standortbestimmung steht am Sonnabend an. Dann reisen die Mecklenburg Stiere zum Spitzenspiel zum Tabellennachbarn LHC Cottbus. Der Absteiger hat seinen Drittliga-Kader weitgehend gehalten und ist zum Siegen verdammt. „Das sind Spiele, auf die ich mich freue“, blickt Michael Gutsche voraus. Auch als klarer Außenseiter fahren die Schweriner erhobenen Hauptes in die Lausitz. Barbara Arndt Raatz, Sarrach – Runge 4, Fröbel, Wolf 1, Präckel, Ivanytsia, Leśniak 8, Lübbert 2, Finkenstein, Wagner 10, Kortstegge 1/1, Müller 6, Gieratz
Nächste Verlängerung

Niklas Kortstegge bleibt bis 2028„Mir gefällt es im Verein, das Umfeld ist stimmig und die Mannschaftsstruktur passt. Ich sehe Potenzial, dass wir gemeinsam unsere kurz- und mittelfristigen Ziele erreichen“, begründet Niklas die Vertragsverlängerung aus seiner Sicht. Der Sportwissenschaftler führt sein Studium fort und will den Master-Abschluss 2028 erreichen. Bis dahin (Saison 2027/28) greift die jetzt vereinbarte Verlängerung seines Engagements bei den Mecklenburger Stieren.Headcoach Michael Gutsche freut sich über diese Planungssicherheit. „Wir geben Niklas gern das Vertrauen, er ist menschlich ein Gewinn für unsere Mannschaft. Auch spielerisch ist er inzwischen gut angekommen und ergänzt sich mit Bahne sehr gut.“ Michael Gutsche sieht die verschiedenen Stärken beider Kreisläufer. „Das ist aus Trainersicht sehr angenehm.“ Der Headcoach prognostiziert zudem eine gute Weiterentwicklung für Niklas, die der 22-Jährige gern in das Aufstiegsbestreben der Stiere einbringen möchte. Text | Foto: Barbara Arndt
Stiere-Express mächtig in Fahrt

Selbst mit geschlossenen Augen pariert Yannick Raatz vortrefflich. Foto: Dietmar Albrecht 34:19-Heimerfolg gegen Blau-Weiß 1890 Berlin Der Zug hat keine Bremse. Hat er nicht, wenn der Stiere-Express richtig rollt, dann gibt’s kein Halten mehr. Und wenn die Männer im Tor noch eine Fahrkarte nach der anderen knipsen – genau, dann ist Heimspielzeit in Schwerin. Am Sonntag war dies ein wahres Handballfest – mit einem 34:19-Erfolg (18:10) holten sich die Handballstiere ihren zweiten Tabellenlatz zurück.Nicht alle waren einsatzfähig, nicht alle hatten einen Sahnetag erwischt. Doch alle teilten von Anfang an Emotionen, präsentierten sich als Team und genossen den wirklich grandiosen Support von den Rängen, von wo 590 Zuschauer begeistert ihre Mannschaft von Tor zu Tor, und – wichtig! – von Parade zu Parade anfeuerten. Mit einer Ausnahme konnten sich alle Feldspieler in die Torschützenliste eintragen. Die Defensive überzeugte. Ein starker Innenblock mit Joel Müller und Niklas Kortstegge ließ die Berliner Aufsteigermannschaft nicht wirklich zur Torgefahr kommen. 19 Treffer sind eine selten magere Ausbeute. Chapeau an die beiden Männer im Schweriner Kasten: Sie leisteten einen deutlichen Anteil zu diesem Resultat. Und sie steuerten Glanzparaden bei, sehr zur Freude des Publikums. Das Spiel begann mit Ansage. Kapitän Matti Wagner übernahm und führte seine Mitspieler in die richtige Spur. Der Spielfilm machte Freude: 7:2 (12.) und 10:4 (18.) wurden von den Rängen und acht (!) Schweriner Trommlern gebührend gefeiert. Eine kurze Phase mit weniger Konzentration ließ Trainer Michael Gutsche die Auszeit nehmen. Die Ansprache zeigte Wirkung. Bis zum Halbzeitpfiff hatten die Handballstiere ihre Dynamik wieder etabliert und gingen mit 18:10 in die Kabine.Die zweite Halbzeit dominierten die Gastgeber deutlich. Joel Müller versenkte mit Wucht den Ball im Netz, am Ende hatte er neun Mal getroffen. Mit starkem Auftritt setzte sich Bahne Lübbert am Kreis in Szene und dann auch durch. Er buchte sechs Tore in seine Statistik. Daniel Leśniak krönte seine Bilanz mit einem Doppelschlag in nur zwölf Sekunden. Zur Crunchtime mischte sich ein wenig Hektik in die Partie, bevor die Mecklenburger Stiere zu einer rasanten Schlussphase ansetzten. „Wir haben die Partie verdient gewonnen. Es war unser Anspruch zu zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind. Insofern geht der Sieg auch in der Höhe völlig in Ordnung“, freute sich Headcoach Michael Gutsche. Er schätzte die Leistung seiner Mannschaft als gut ein. Ein paar Punkte wird er in der Auswertung anmerken, darunter wieder Situationen, die einfach nicht in Ruhe und sauber zum Abschluss gebracht wurden. „Es war schön zu sehen, wie sehr wir die Zuschauer mitgenommen haben. Insofern sind die Hausaufgaben mit Blick aufs nächste Heimsiel gemacht.“ Dann kommt der Ludwigsfelder Handballclub nach Schwerin. Anpfiff am Sonntag, den 2. November, ist wie gehabt um 16 Uhr. Barbara Arndt Raatz, Sarrach – Runge 3/2, Fröbel, Wolf 1, Präckel 1, Ivanytsia 3, Leśniak 5/1, Lübbert 6, Kortstegge 2, Wagner 3, Müller 9, Gieratz 1
Als Mannschaft triumphiert

Malte Runge erzielt insgesamt 14 Treffer. Erneut erweist er sich mit fünf erfolgreichen Siebenmetern als Garant an der Straflinie. Archivbild: Dietmar Albrecht 33:30-Erfolg bei der TSG LübbenauDas Auswärtsspiel der Mecklenburger Stiere stand nicht unter dem besten Stern: Verletzungen, Erkältungen und dann auch noch zwei, drei Akteure, die nicht wie gewohnt performten, ließen nicht zwingend darauf schließen, dass zwei Punkte spielend leicht eingesammelt werden können. Am Ende gelang das doch recht eindrucksvoll. Die Schweriner gewannen 33:30 (13:15). Die Männer von Trainer Michael Gutsche taten sich recht schwer beim Start in die Partie. „Wir kommen zu langsam rein, treffen nicht, lassen mindestens eine Handvoll Freie liegen und schwächeln auch noch im Innenblock…“ Die Gastgeber nutzten das für eine kleine Führung und nötigten ihren Herausforderern nach einer guten Viertelstunde die erste Auszeit ab. Der Weckruf von Michael Gutsche musste noch etwas nachklingen – die TSG baute noch bis zum 11:7 in der 18. Minute aus. Die Umstellung der Defensive auf Manndeckung brachte die Stiere dann auf den richtigen Weg. Die Spreewälder fanden keine Antwort auf diese Veränderung, die Stiere retteten sich mit einem 13:15-Halbzeitstand in die Pause. Nach Wiederanpfiff präsentierten sich die Schweriner Handballmänner eindeutig als das bessere Team. Beide Torhüter zeigten sich in sehr guter Form. Malte Runge ließ es unentwegt im Kasten klingeln. Kapitän Matti Wagner (selbst mit sieben Treffern) inszenierte das Spiel, welches mit Geschlossenheit und Kampfgeist die Mannschaft in der 48. Minute zu einem 7 Tore-Vorsprung bringt. Der Erfolg war zum Greifen nah, die Schweriner ließen dann aber nach und brachten ihr Spiel nicht sauber zu Ende. „Es hätten gut und gern ein paar Treffer mehr sein können“, konstatiert der Headcoach. „Der Sieg war nie in Gefahr, aber es fehlte plötzlich an Cleverness. Einige ungute Entscheidungen wurden getroffen, Pässe verfehlten ihr Ziel, freie Bälle blieben liegen, der Angriff ließ hier und da an Überzeugung missen – es war gerade so, als fühlten wir uns schon zu sicher.“ Michael Gutsche schätzt auch ein, dass all die genannten Dinge einzeln und in Summe nichts Dramatisches ausmachen. Aber in manch anderem Spiel sind es genau die Fehler, die sich spielentscheidend auswirken. Insofern gibt es neben den beiden wertvollen Punkten viele Erfahrungen aus dem Spiel gegen die TSG Lübbenau. Und die Freude über den ersten Auswärtssieg der Saison… Anzumerken bleibt noch, dass die Spieler dieses Mal in besonderer Form gefordert waren: Es gab keine Hallenuhr. Und das ist alles andere als komfortabel für die Akteure auf der Platte. „Der Rhythmus gerät in Gefahr. Wenn man nicht einschätzen kann, ob noch acht oder nur noch drei Minuten auf der Uhr sind, fehlt das Gefühl für das Tempo. Gas geben oder runterspielen – und jeder tickt da anders… Das macht es kompliziert.“ Insofern hat die Mannschaft ihren Job wirklich gut gemacht und sich zurecht gefeiert. So darf es weitergehen. Die nächste Partie gegen die Blau-Weißen aus Berlin findet vor heimischem Publikum statt. Anpfiff am Sonntag ist um 16 Uhr. Barbara Arndt Raatz (1), Sarrach – Runge (14/5), Fröbel, Wolf (2), Präckel (2), Ivanytsia (3), Lesniak, Lübbert (2), Kortstegge (1), Wagner (7), Müller, Gieratz (1)
Michael Gutsche verlängert als Erster

Die Mecklenburger Stiere verkünden stolz die erste Verlängerung für die Spielzeit 2026/27: Es ist der Cheftrainer, der ein Zeichen setzt. Michael Gutsche, der die erste Männermannschaft des Schweriner Traditionsvereins erst zur Vorbereitung der laufenden Saison übernommen hatte, plant mit den Handballstieren ein weiteres Jahr.„Es macht Spaß, mit den Männern zu trainieren. Innerhalb kurzer Zeit sind Entwicklungen zu sehen. Die Ergebnisse sind besser geworden. Ich fühle das Potenzial, das in vielen Spielern steckt“, sagt Michael Gutsche. Der Coach räumt ein, dass es noch Zeit und Geduld braucht. Die bestmögliche Platzierung bleibt für die aktuelle Spielzeit sein Ziel. Doch eines steht fest: Er will mit den Handballstieren den Aufstieg perfekt machen. „Für Platz 6 ist mir meine Zeit zu schade“, sagt „Micha“ Gutsche. Hinter dieser Aussage steht der absolute Wille, wirklich das Beste zu erreichen und dafür mit den Stieren hart zu arbeiten. „Wir freuen uns sehr, dass Micha den Anstoß für die anstehenden Planungen gegeben hat. Er ist für uns der optimale Trainer mit einer starken Wirkung auf die Mannschaft“, sagt Geschäftsstellenleiter Mathias Wächter. (ba)
Handballstiere grüßen vom 2. Tabellenplatz

Janis Sarrach lieferte eine tolle Leistung ab. Unterstützt von der eigenen Abwehr, konnte er seinen Kasten relativ sauber halten. Chapeau! 32:21-Erfolg gegen HC Vorpommern-Greifswald im zweiten Heimspiel Das hat Freude gemacht! Die Mecklenburger Stiere katapultieren sich mit ihrem erneuten Heimerfolg auf Platz 2 der Tabelle – eine schöne Momentaufnahme. Knapp 600 Zuschauer feiern ein Handballfest, indem zwei Teams zeigten, dass sie ihr Handwerk verstehen. Den Gastgebern gelingt das am Ende mit Abstand besser. Sie gewinnen 32:21 (15:10) und zeigen, dass sie als geschlossene Einheit auftrumpfen können. Aufsteiger hin oder her: Es hatte sich mit dem HC Vorpommern-Greifswald ein starkes Team angekündigt, welches mit 6:0-Punkten eine Glanzleistung zum Saisonauftakt hingelegt hatte. Leider etwas erkältungsgeschwächt kamen die Hanseaten in Schwerin an. Sie spielten gegen den Favoriten dieser Partie beherzt auf, das Spiel begann druckvoll und mit rasantem Tempo. Nach einer frühen Auszeit von Trainer Gunnar Jasmann (7:3, 10.) sortierten sich die Gäste und verkürzten gleich zwei Mal auf einen Abstand von zwei Treffern (9:7, 16.; 10:8, 21.). Doch die Hausherren machten die Ansage im Spiel, enteilten auf sechs Tore Abstand und gingen recht komfortabel mit 5 Toren Abstand in die Halbzeit (15:10). Danach lief das Abwehrbollwerk der Stiere zu einer besonderen Form auf: Im Innenblock auf Kampfmodus abgestellt, rissen die Gastgeber ihr Publikum mit und steigerten die Stimmung in große Höhen. Von der Bank wurde jeder Erfolg fortan emotional gefeiert. Eine Welle der Begeisterung rollte durch die Halle. Nach knapp zehn Minuten der zweiten Halbzeit war der Gamechanger da: Die Stiere konnten auf 21:13 davon eilen. Sie trieben ihren Run weiter. Sehenswerte Aktionen von Malte Runge (sieben Treffer, davon alle drei von der Straflinie), Daniel Leśniak mit 5 sehenswerten Toren und einem Einsatz über alle Positionen hinweg gaben dem Stiere-Express Dampf auf die Turbine. Mit 32:21 fuhren die Gastgeber ein verdientes Ergebnis ein. Michael Glutsche bescheinigt seinen Spielern eine starke Abwehrleistung über das fast gesamte Spiel. „Anfangs hatten wir für kurze Zeit so ein bisschen den Faden verloren. Aber insgesamt hat die Abwehr unseren Torwart stark gemacht“, schätzt der Headcosch nach der Partie ein. Für wahr. Janis Sarrach hat seinen Job wirklich gut gemacht. Über 60 Minuten wehrte er ab, was möglich war, und parierte auch zwei der insgesamt zehn Siebenmeter der Gäste. „Manchmal hat der Motor noch etwas gestottert“, findet Michael Gutsche ein passendes Bild. Aber das passierte erfreulicherweise nicht so oft. Insofern ist eine Weiterentwicklung zu sehen, auf die die Männer und auch das Trainerteam der Handballstiere durchaus stolz sein können. Die nächste Partie haben die Mecklenburger Stiere in Lübbenau zu absolvieren. Danach, am 26. Oktober, gibt es das nächste Heimspiel. Es geht dann gegen die Blau-Weißen aus Berlin. Anpfiff ist wie gehabt um 16 Uhr. Barbara Arndt Sarrach – Runge 7/3, Fröbel 1, Linke, Wolf 3, Präckel 1, Ivanytsia 3, Leśniak 5, Lübbert 2, Finkenstein 1, Wagner 2, Kortstegge, Grabow, Müller 5, Christ 1, Gieratz 1
Stiere holen Punkt in Berlin!

Matti Wagner rettete für die Stiere einen wichtigen Punkt in Berlin. Archivbild: Dietmar Albrecht Was für ein Krimi in der Hauptstadt! Die Mecklenburger Stiere holen bei BFC Preussen in allerletzter Sekunde noch einen wichtigen Punkt – dank Kapitän Matti Wagner, der eiskalt Verantwortung übernahm und den entscheidenden Siebenmeter verwandelte. Dabei sah es zu Beginn nicht unbedingt nach einem Happy End für die Stiere aus – Mikà Fröbel, Tim Schwaß, Ole Präckel, Joel Gieratz, Demian Linke und Max Kahl fehlten dem Team von Michael „Micha“ Gutsche! Die Mannschaft tat sich schwer, ins Spiel zu finden, lag immer wieder zurück und musste zudem einige Zwei-Minuten-Strafen hinnehmen. Besonders bitter: Unser Routinier und Innenblockspieler Daniel Finkenstein sah nach einer normalen Abwehrarbeit sogar die Rote Karte. Janis Sarrach im Tor bot Rückhalt, hielt die Mannschaft mit starken Paraden im Spiel und gab der Mannschaft neuen Mut. Durch clever ausgespielte Angriffe erkämpften sich die Männer zur Pause eine knappe Führung (14:15). Der Start in die zweite Hälfte ging dann allerdings an die Gastgeber – nach 14 Minuten war die Führung der Stiere beim Stand von 23:22 dahin. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich beide Teams nichts schenkten. Mal lag der BFC vorn, mal die Stiere – Spannung pur bis in die Schlussphase. Dann die Schlüsselszene: Malte Runge tankte sich in den letzten Sekunden stark durch, wurde jedoch unfair gestoppt – die Folge: Rot für Berlin und Siebenmeter für die Stiere! Die Halle tobte, die Uhr war abgelaufen – und Kapitän Matti Wagner trat an. Mit voller Überzeugung jagte er den Ball ins Netz und lies dem gegnerischen Torhüter, der den Schwerinern am Ende leider des Öfteren im Weg stand – keine Chance! Dadurch sicherte Matti den verdienten Auswärtspunkt in Berlin! Am Ende fühlt es sich fast wie ein Sieg an: ein Punktgewinn mit dem Endstand des 29:29, der Selbstvertrauen gibt und zeigt, dass die Stiere bis zum Schluss kämpfen. Jetzt gilt der volle Fokus auf das nächste Heimspiel gegen den Aufsteiger HC Vorpommern-Greifswald. Die Partie wir am Sonntag (5. Oktober) um 16 Uhr angepfiffen. JS Raatz, Sarrach – Runge 6/2, Wolf 1/1, Ivanytsia 4, Leśniak 6, Lübbert 1, Finkenstein, Wagner 8, Kortstegge, Müller 1, Christ 2
Das eigene Spiel gut durchgebracht

Daniel Leśniak traf und traf und traf. 11 Mal brachte er den Ball in teils spektakulärer Weise im Kasten unter. Foto: Barbara Arndt Ein Blitzstart mit zwei Treffern in genau 60 Sekunden brachte die Mecklenburger Stiere nicht nur in Führung, sondern die 450 Zuschauer auch sofort in die richtige Heimspiel-Stimmung. Malte Runge und Daniel Leśniak – am Ende mit jeweils 11 Treffern erfolgreich – schalteten einen Gang ein, dem zunächst noch nicht alle Mannschaftskameraden folgen konnten. So ließen die Gastgeber ihren Kontrahenten ins Spiel kommen und in der neunten Minute erstmals die Führung übernehmen (3:4). Die Männer des Aufsteigerteams setzten sich zwei Mal auf zwei Tore ab (3:5 und 4:6, jeweils 10.). Dann war die kurze Lethargie der Handballstiere vorbei. Mit hohem Tempo, guter Defensive und Torwartleistung bauten die Schweriner ihren Vorsprung aus und gingen mit 19:15 in die Kabine. Auch die zweiten 30 Minuten ließen anfangs den Schwung missen, den die Stiere kurz zuvor gezeigt hatten. Aber nur kurz, dann schalteten alle in den Turbo. Getragen von einem begeisterten Publikum dominierten die Handballstiere die Gäste aus dem Brandenburgischen. Sie spielten sie regelrecht müde, quasi bis die Luft raus war auf der anderen Seite. Den Ball stibitzen und im Netz zappeln lassen – ein ums andere Mal zeigten die Jungs von Michael Gutsche, Co-Trainer Kevin Bartz und Betreuer Wolfgang Heuer Spielfreude, eine gute Ausführung und vor allem mannschaftliche Geschlossenheit: Es gibt nicht allzu viel kritisch anzumerken. Die Zahl technischer Fehler kann immer geringer ausfallen, schmunzelt der Headcoach. Er attestiert seinen Schützlingen, den Zuschauern ein schönes Spiel geboten zu haben. „Wir haben durchgängig versucht, der Partie unseren Stempel aufzudrücken. Und das gelang recht gut. Es gab natürlich ein paar Fehlentscheidungen und jeweils zu Beginn der Halbzeiten auch Phasen, die wir ein bisschen verpennt haben.“ Dessen ungeachtet hätten die Männer einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. „Da kann man zufrieden nach Hause gehen“, fügt der Coach an. Und wie er sind wohl alle Stiere-Fans zufrieden mit dem Ausklang des Wochenendes gewesen. Die Mannschaft wurde ordentlich gefeiert. Am Samstag geht es nach Berlin zum BFC Preussen. Um 18.30 Uhr wird die Partie in der Hauptstadt angepfiffen. Das nächste Heimspiel bestreiten die Mecklenburger Stiere am 5. Oktober. Es ist erneut ein Derby – dann gegen den HC Vorpommern-Greifswald. Der Aufsteiger hat bisher einen starken Auftritt hingelegt und seine ersten beiden Spiele gewonnen. Barbara Arndt Raatz, Sarrach – Runge 11/4, Fröbel 1, Wolf 2, Ivanytsia 2, Leśniak 11, Lübbert 1, Finkenstein, Wagner 5, Kortstegge 1, Müller 4, Christ 1, Schwaß
Einen Punkt einfach verschenkt

Malte Runge glänzt in der Auftaktpartie mit 14 Toren. Foto: Barbara Arndt Mecklenburger Stiere starten mit 33:33 beim SV Warnemünde in die SaisonSo einiges hat sich verändert bei den Handballstieren. Zum Guten hin! Aber ein Momentum erinnerte beim Saisonauftakt an vergangene Spiele: Was eindrucksvoll beginnt, kippt irgendwann. Leider mit einem Punktverlust, der so gar nicht nötig gewesen wäre. 33:33 (15:20) hieß es nach einem fragwürdigen Spielende beim SV Warnemünde. Die Schweriner legen beim SV Warnemünde einen druckvollen Start hin und arbeiten sich temporeich eine komfortable Führung heraus. Mit schönen Kombinationen und einem starken Miteinander – auf der Platte und auf der Bank. Sie überraschen mit ungewohnt wirkender, fast durchgängiger offensiver Deckung und und zahlreichen Wechseln ihre Herausforderer und zwingen diese früh zur Auszeit. Trotz schmalen Kaders (ohne Innenblock!) steht in der 16. Minute beim 5:13 bereits ein Vorsprung von acht Toren für die Handballstiere auf der Anzeige. Sehr stark präsentieren sich – nicht nur in dieser Phase – Daniel Leśniak und Malte Runge, beide in den ersten 20 Minute jeweils mit fünf Treffern. Die kommen nicht vor ungefähr, sondern sind Ergebnis guter Assists. Yannick Raatz macht im Kasten eine gute Figur, erzielt sogar einen Treffer ins leere Tor. Mit einer soliden 15:20-Halbzeit-Führung freuten sich die mehr als 20 mitgereisten Fans auf Halbzeit 2. Doch die Gastgeber hatten offensichtlich in der Kabine die Taktik der Schwerin besprochen, kamen gestärkt aufs Spielfeld und nutzten nun gnadenlos die kleinen Fehler aus, die sich bei den Stieren vermehrt einschlichen. „Wir haben den Zugriff in der Abwehr verloren und die komfortable Führung zu schnell verschenkt“, analysiert Headcoach Michael Gutsche nach dem Spiel. Und das rächt sich ungemein. Die Schweriner geben in der 40. Minute (23:23) zum ersten Mal die Führung her. Sie fangen sich, es scheint wieder in die richtige Richtung zu gehen, als Malte Runge mit einem seiner insgesamt acht erfolgreichen Siebenmeter zum 21:24 (46.) ausbaut. Doch nichts ist in trockenen Tüchern. Fünf Minuten später gleichen der Warnemünder aus (28:28, 51.). Noch einmal ist es Malte Runge, der mit drei Toren in Folge erneut einen angenehmen Abstand markiert (28:31, 54.). Spannend, aber auch hektisch geht es weiter. Die Stiere führen 21 Sekunden vor Abpfiff mit einem Tor und befinden sich im Ballbesitz. Der Versuch, noch einen drauf zu setzen, scheitert mit einem Abpraller, der bei Warnemünde landet. Ein vermeintliches Foul von Justin Wolf wird mit Rot geahndet. Unabwendbar der Siebenmeter in dieser Spielphase. Damit war der Sieg weg und die Handballstiere konnten lediglich einen Punkt mit nach Hause nehmen. Headcoach Michael Gutsche findet für seine Jungs dennoch lobende Worte. „Sie haben alles gegeben und einen guten Eindruck hinterlassen. Vielleicht hat ein Quäntchen Glück gefehlt“, sagt er. „Einiges haben wir auch noch nicht so gut gemacht, wie ich es mir wünsche. Aber das ist nach einem Trainerwechsel nicht ungewöhnlich.“ Auch die mitgereisten Handballfreunde sahen einen deutlichen Schritt nach vorn, spürten das bessere Gefühl auf der Platte und sind voller Vorfreude auf das erste Heimspiel. Das wird am Sonntag um 16 Uhr gegen den Grünheider SV angepfiffen. Barbara Arndt